ROADTRIP 2006
- Coast to Coast and up to North
Am 5. Juli geht es
los. Zum Abschluss meines USA-Jahres plane ich mit Robert und Jan einen 19tägigen
Roadtrip von San Diego nach Washhington DC. Insgesamt reisen wir durch min.
15 Staaten und erhoffen uns eine mehr als abwechlsungsreiche Landschaft. Für
die meisten hört sich das nun total stressig und zu viel an. Doch ich
hab die Route genau deswegen gewählt, weil es eben mal abseits der typischen
Touristenattraktion ist. Das wahre Amerika, aufregende und ständige welchselnde
Landschaften, unterschiedliche Mentalitäten und ein Streifzug durch die
amerikanische Geschichte.
Schwerpunkt der Reise sind die Südstaaten und die Ostküste. Ich
habe die Südstaaten gewählt, weil diese nicht unbedingt ein attraktives
Ziel für einen normalen Urlaub sind. Da geht man doch schon eher in die
Nationalparks, Westküste oder Ostküste. So nutze ich jetzt die Nähe
und die Zeit, mir das andere alles ausgiebig anzusehen.
REISEDATEN:
| Zeitraum: | Mitwoch, 05. Juli - Sonntag, 23. Juli 2006 (18 Tage) |
| Strecke: | San Diego bis Washington DC |
| Milage: | ca. 6000 Meilen (~ 9600 km) |
| Profil: | Pazifischer Ozean, Wüste, Sanddünen, Berge, Mexiko, Sumpfgebiete, Atlantik, Strände, Metropolen |
| Hot Spots: | San Diego, Phoenix, El Paso, San Antonio, Austin, Dallas (Fort Worth), New Orleans, Memphis, Nashville, Atlanta, Savannah, Washington DC |
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8. Tag
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19. Tag
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Noch
bevor es überhaupt los geht...
... gab es schon einige Probleme. Das es kein Kinderspiel wird ist uns
allen klar, aber wir schauen von Tag zu Tag und sind uns sicher, dass wir
es in 19 Tagen schon irgendwie schaffen. Nachdem wir total unterschiedliche
Preise quotiert bekamen, die bis zu $1600 waren, bekamen wir doch letzendlich
doch noch ein Mietauto für sagenhafte $830 für die gesamte Tour.
Mit Spritgeld und Unterkunft sind wir sogar weit unter der Kalkulation. Doch
das Gepäck lässt keine Schnäppchen an der mexikanischen Grenze
zu.....
Für uns alle geht es am Mittwoch los. Robert holt das Auto morgens ab
und trifft Jan in LA, von wo sie aus dann zusammen nach San Diego fahren und
mich am Flughafen abholen. Von dort aus geht es dann geradewegs gegen Osten.
Diesmal der bekannte Satz einmal anders: Im Osten viel Neues! Präpariert
mit Tourbook, DIN A5 Atlas und eine extra Motivation haben wir die Strecke
im Kopf, aber wie es läuft sehen wir erst auf der Straße. Die groben
Punkte sind fest und auf jeden Fall schauen wir das WM-Finale in Phoenix.
Von dort aus, schauen wir dann weiter. Generell wollen wir bis San Antonio
keine Zeit verlieren und dann genütlich dem Strand entgegen steuern.
Ach, wären wir doch nur schon dort..... :-)
1.
Tag: Abreise und Ankunft in San Diego
Heute Mittag um vier ging es los. Nachdem ich heute morgen noch letzte
Sachen erledigt habe und das "Stopfen" beendet hatte, wurde ich
von Daniel abgeholt, welcher mich zum Flughafen fuhr. Von meiner Gastfamilie
hab ich mich nicht wirklich verabschiedet. Larry ging heute morgen ohne sich
zu verabschieden, Cara und Nathan sagten kurz Good Bye und der Rest der Familie
war nicht daheim und störte sich nicht drum. Die Verabschiedung von meinem
College Coordinator ist mir wesentlich schwerer gefallen, ist er doch während
des Jahres mein ständiger Ansprechpartner und ein sehr guter Freund gewesen.
Symbolisch dafür, dass er mich zum Flughafen brachte und nicht meine
Gastfamilie, von der ich wohl nie wieder was hören werde.
Nach einem etwas holprigen Flug kam ich dann im sonnenverwöhnten San
Diego an. Frische Meeresluft und purer Sonnenschein brachten ein leichtes
Funkeln in meine Augen. Roadtrip??? Quatsch hier bleib ich ;-) Mit etwas Verspätung
kamen dann auch Robert und Jan mit dem Auto an und holten mich ab. Am Abend
gingen wir dann in die Downtown und waren hauptsächlich im bekannten
Gaslamp Viertel unterwegs, gemütlich was essen und die Downtown anzusehen.
2.
Tag: San Diego und erstes Camping in Carlsbad
Direkt nach dem Aufwachen machten wir den TV an und sahen eine Sondersendung
über die Rückkehr der USS Reagan im Hafen von San Diego. Das mussten
wir natürlich sehen und waren im Nu startklar und fuhren runter zum Hafen,
das Schiff legte gerade am Dock an und die kleinen weißen Männchen
standen um das ganze Schiff herum. Von der Ferne aus konnten
wir ein paar Fotos machen und erfuhren leider erst am Ende, dass wir auch
zu der Naval Base hätten fahren. So waren wir aber direkt neben der USS
Midway, welche zum Museumsflugzeuträger ausgebaut wurde. Hier verweilten
wir dann auch ein paar Stunden und stiegen im Flugzeugträger herum. Man
musste wohl schon ganz schön fit sein, um sich Tag für Tag darauf
zu bewegen. Zudem hatten wir grad so die richtige Größe, viel mehr
hätte nicht unter der Decke nicht durchgepasst. Danach fuhren wir an
den Strand und ließen uns ersteinmal die Sonne auf den Bauch scheinen.
Gerade noch rechtzeitig aufgewacht und den Rücken aus der Sonne genommen,
genossen wir ein Bad im Meer. Gegen Abend fuhren wir noch in den Hafen zum
übernachteten dann weiter Nördlich nach Carlsbad. Leider haben wir
den Zeltplatz am Strand nicht gefunden und mussten etwas weiter fahren und
kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit an. Naja, so einfach war es auch nicht.
Den Weg wie er auf der Karte eingezeichnet gab es irgendwie nicht und so standen
wir irgendwann inmitten von Ranches mitten in der Pampa. Unser zewiter versuch
ging auch total schief und wir fuhren gute 30 Minuten über die wildesten
Feldwege, stockdunkel und keine Menschenseele draußen. Hier konnte der
County Park nicht sein. Hilfe fanden wir bei einer Tankstelle, wo uns jemand
erklärte, dass der Park auf der anderen Seite liegt und nach weiteren
15 Minuten waren wir dann dort. Wir bekamen den letzten Zeltplatz, bauten
das Zelt auf und gingen dann bald schlafen. Das Zelt neben uns hatte TV und
sonst was alles im Zelt, da hier jeder Zeltplatz mit Strom ausgestattet ist.
Ein TV ist zwar unnötig, aber ich denke eine Licht oder so werden wir
uns schon noch leisten.
3.
Tag: Von San Diego nach Phoenix
Heute ging es dann eigentlich erst los mit unserem Roadtrip. Von Carlsbad
aus fuhren wir durch den Cleveland Forest. Der two-lane Highway schlängelte
sich durch eine wunderschöne und überaus grüne Berglandschaft
und vorbei an Indiandereservaten. So sahen wir auch erstmal noch einige Casinos,
eine der Haupteinnahmen dieser Reservate. Als erstes passierten wir das Pauma
Valley mit dem Paloma Mountain. Wo vorher die Pala Mission stand, haben die
Indianer nun das Pala
Casino
gebaut. Da ich von Casinos nun erstmal genug hatte, war das nicht wirklich
ein Grund zu stoppen. Weiter südlich passierten wir den Lake Henshaw
und das Städtchen Santa Ysabel. Ca. 400 Einwohner haben sich hier niedergelassen,
was man nicht wirklich nachvollziehen kann. Ca. 2 Stunden von San Diego weg,
sagen sich Hund und Katze Gute Nacht. Der sicherste Arbeitsplatz ist wohl
im US Postal Office, aber auch sonst gibt es einen Supermarkt, ein Rstaurant
und sogar ein Real Estate (Immobilien) Agentur. Wahrscheinlich um die leeren
Häuser zu zählen. Nach kkurzem Stop ging es weiter östlich
durch die Vallecito Mountains. Auch
hier war noch alles wunderbar grün und bewaldet, was die Temperaturen
auch noch im Rahmen hielt. Eigenlich eine sehr ungewohnte Ansicht von Californien.
Doch nach den Bergen waren es noch 17 Meilen durch die Wüste bis zur
nächsten Kreuzung Richtung Süden. Schlagartig zeigte das Thermometer
110° Fahrenheit an (45°C) und um uns herum nur noch
Sand, Kakteen, Geröll und heiße Luft. Der Asphalt brannte und der
Horizont flimmerte. So schlagartig wechselt sich hier das Hinterland Californiens.
Nach der Kreuzung nach Süden passierten wir den Salton Lake und wollten
ein National Wildlife Refuge besichtigen. Besonders erstaunt waren über
die Datierung auf dem Schild, dass die komplette Eröffnung im Jahr 2103
sein soll. Tippfehler??? Jedenfals war hier nichts los und so hielt es uns
nicht lange bei diesen Temperaturen außerhalb des Wagens. Unser Weg
führte dann südlich auf den Interstate 8 östlich nach Yuma.
Hier verläuft die Grenze (auch Zeitzone) zwischen Californien und Arizona.
Da es aber in Arizona keine Sommerzeit gibt, mussten wir diesmal nicht die
Uhr umstellen. Vor Yuma passierten wir noch die Algodones Sanddünen.
Schleichend tauchen sie erst zwischen den Bergen am Rand des Interstates auf,
bevor sie das komplette Umland bedecken. Hier befanden wir uns auch ganz nah
an der mexikanischen Grenzen und überall standen kleine Grenzhäuschen,
die aber mehr als verlassen aussahen.
In Yuma machten wir dann etwas länger halt und suchten das Visitor Office
auf. Leider vergeblich, denn weil die Klimaanlage defekt war hatten sie zu.
Also suchten wir das Luste Casino, laut der Zeitung "Arizona Tribunes"
die beste Platz in Yuma zum verweilen. So schlenderten wir die mehr als verlassene
Main Street hinunter und standen bei dem Luste Casino grad nach einem weiteren
maroden Bau. Doch drinnen tobte der Bär, naja es war zumindest offen
:-) Ein riesiger Saal voll mit Plakaten, Photos, Zeitungsartikeln und sonstigem
Kram bot neben der riesiegen Theke Platz für min. 100 Leute. Das Essen
war günstig und sehr gut. Und von dem was bisher gesehen haben, wirklich
der beste Platz in Yuma, wenn nicht sogar der einzigste. Ein echter Geheimtipp,
diese Perle ;-)
Desweiteren besuchten wir neben Yuma noch die das Fort Yuma in Indianer Reservat
und das Historische
Gefängnis.
Die Verbindung zwischen Yuma, dem Indianer Reservat und Winterhaven besteht
nur aus einer alten eingleisigen Eisenbahnbrücke, welcher erst vor kurzem
eine Straßenbrücke (ebenfalls nur einspurig) hinzugefügt wurde.
Das Gefängnis liegt direkt am Colorado River und man hatte vom Wachtturm
aus eine super Aussicht über das Land. Doch hier oben herrschten wieder
saumäßige Temperaturen und flüchteten uns in den Zellentrakt
und die sonstigen Ausstellungen.
Danach machten wir uns dann finally auf den Weg nach Phoenix. Am frühen
Abend mussten wir dann noch eine Straßenkontrolle passieren und wir
wussten net recht, ob wir nun unsere amerikanische ID oder den Reisepass zeigen
sollten. Bei der Frage, ob wir Amis sind, sagten wir doch dann spontan: .....uhm....fast...
:-) Der Grenzbeamte lachter zuerst und fragte wo wir herkommen und was wir
hier machen. Da keiner hinter uns stand ein recht netter Plausch und zum Schluss
wünschte er uns noch viel Glück für das Deutschlandspiel am
Samstag. Jetzt wo wir verloren haben, weiß auf einmal jeder über
Fussball Bescheid....
Die letzte Station vor unserer Auskunft in Phoenix war Gila Bend. An sich
nichts besonderes doch der Interstate führt genau zwischen die sehr heruntergekommene
Westernstadt. Lediglich das sehr kreative Ortsschild kannn bestätigen,
dass hier wirklich 4000 Leute wohnen. Gegen acht Uhr abends kamen wir dann
in Phoenix bei Roberts Gastfamilie von der HomeStayTour am Anfang des Jahres
an. Wir genossen einen ruhigen Abend und hatten noch Spass bis spät in
die Nacht. In Phoenix bleiben wir bis Sonntag früh, von wo aus uns die
Reise nach El Paso im Süden von New Mexico führt.
4.
Tag: Phoenix und
einfach nichts tun...
Wir
hatten ja bisher nicht wirklich
harte Tage auf unserem Roadtrip und
trotzdem genossen wir sichtlich das sehr entspannende Nichtstun bei den HomeStayTour-Gastgebern
von Robert. Mike und Deborah hatten uns für das Wochenende eingeladen
bei ihnen zu übernachten. Eigentlich wollten wir dann samstags etwas
in die Stadt, aber bei 45°C genossen wir lieber das erfrischende Nass
des Swimming Pools. Außerdem mussten wir ja weiter an unserer Bräune
arbeiten. So verbrachten wir fast den ganzen Tag im und am Wasser. Zum Abendessen
gingen wir zu einem deftigen Buffet, dass alles aufbieten musste, um mich
nach 5 Gängen zufrieden zu stellen. Später am Abend waren wir mit
Katja, ebenfalls PPP-Teilnehmer und in Phoenix platziert, zusammen mit ihrer
Freundin Kathleen und Deborah im "Big Ben", eine Pianobar, welche
überwiegend von Studenten besucht wird. Typisch Amerika, war die Bar
bis um zwei Uhr nachts geöffnet und damit zu dem Zeitpunkt ach wirklich
alle gegangen sind hörte 20 Minuten vorher die Musik auf und das Licht
ging an.
5.
Tag: Abschied von Phoenix und Fahrt nach Tucson
Eigentlich
wollten
wir heute morgen schon früh losfahren, um recht nahe an die Grenze zu
New Mexico zu kommen. Aber irgendwie waren wir so müde
und das Wetter lud regelrecht zu einem ausgedehnten Poolaufenthalt ein. Während
wir am Anfang nur gemütlich auf Luftmatratzen im Wasser lagen, gaben
wir uns in der folgenden Wasserschlacht nie geschlagen
und so kamen wir erst wieder nachmitags aus dem Wasser. Trotzdem machten wir
uns dann spätnachmittags, dafür aber mit schwerem Herzen auf den
Weg Richtung Tucson. Wir hatten zwei super Tage in Phoenix, freuten uns aber
schon auf die kommenden Tag in Nex Mexico und Texas. Gegen Abend erreichten
wir die Casa Grande Ruins, etwa eine Stunde südlich von Phoenix auf dem
alten Highway 80. Endlich hatten wir die Gegend der Saguaro Kakteen erreicht,
während wir in der Wüste in Nevada immer nur so kleinere Kakteensträuche
hatten gab es in Arizona und New Mexico die übergroßen Kakteen
mit Millionen von kleinen Stacheln. Die Kakteen werden etwa 200 Jahre alt
und lassen sich überall hier in der Gegend zu finden. Am Anfang etwas
sporadisch, aber weiter im Landesinneren gibt es regelrechte Kakteenwälder.
Nochmal etwa zwei Stunden mehr Fahrt und wir passierten wir den Picacho Peak,
wo wir am Fuße des Berges im State Park unser Lager für die Nacht
aufschlugen. Den Sonnenuntergang erlebten wir vom Gipfel aus und bekamen super
schöne Aufnahmen vom Vollmond über den Bergen Arizonas. In der Tat
sind wir heute nicht wirklich weit gekommen, aber die Lage des Zeltplatzes
und die grandiose Aussicht waren eine gute Entschaedigung. Für die Nacht
hatten wir gar keine Überzelt gespannt, weil es immer noch um die 35°C
hatte. Doch mitten in der Nacht zogen recht starke Windboen auf. Wie aus dem
Nichts blies es für etwa eine halbe Minute und dann herrschte wieder
Totenstille. Irgendwie "scary", aber so ist es mal inmitten der
Wüste
6.
Tag: Durch die Wüste Arizonas und New Mexico
Obwohl es über Nacht etwas kühler wurde, gab es nicht wirklich einen
Anlass zum Frieren, waren es doch immer noch um die 25°C und ich schlupfte
noch nicht mal in meinen Schlafsack. Am Morgen erlebten wir einen wunderschönen
Sonnenaufgang, bzw. ich sah ihn lediglich kurz im Augenwinkel
und
Jan machte Fotos, während wir wieder einschliefen. Trotzdem kamen früh
vom Zeltplatz und machten uns auf den Weg nach Tucson und dem nahegelegen
Desert Museum im Saguaro Nationalpark. Nachdem wir gesehen haben, was so alles
in der Wüste herumkriecht und krabbelt, waren wir uns nicht wirklich
sicher noch einmal zu zelten. Es war super interessant zu sehen, welch eine
Vielfalt in der Wüste lebt und wächst. Nicht weit davon entfernt
hinter Yuma, stiegen wir in die "Colossal Caverns", eine mittlerweile
ausgetrocknete Tropfsteinhöhle, hinab. Die etwas 60 Minuten dauernde
Tour schlängelte sich durch den Berg und mehrmal stiegen wir auf uns
ab. Die Höhle wurde früher von Indianern bewohnt und schon früh
erforscht. Früher brauchte man allerdings bis zu 2 Wochen, um die Höhle
zu besichtigen. Unten im Berg herrschten angenehme 20 Grad, was eine willkomene
Abwechslung zu dem trockenen Wüstenklima war. Nachmittags erreichten
wir auf halber Strecke nach El Paso die Geisterstadt "Stein's Ghosttown".
Eine
kleine,
seit hunderten von Jahren verlassene Stadt gleich neben den Eisenbahnschienen.
Heute passieren noch ca. 50 Züge dir Strecke, aber die Häuser verfallen
regelrecht und jedes Stück Metall ist von Rost überzogen. Ein leichter
Wind zog durch die einzige Strasse und lediglich eine nette ältere Dame
im "Souvenirladen" war anzutreffen. Nicht weit danach passierten
wir die Grenze zu New Mexico, streiften aber nur kurz diesen Stadt an der
südlichen Spitze bei El Paso, wo wir schon Texas erreicht hatten. El
Paso erreichten wir erst nach Einbruch der Dunkelheit und wir machten nur
kurz Rast zum Abendessen, bevor wir uns auf die Nachtfahrt nach San Antonio
machten. Die etwa neun Stunden lange fahrt auf dem Interstate 10 bot nicht
wirklich eine Attraktion, so dass wir schon vorher beschlossen hatten, diese
Strecke über Nacht zu fahren, um dadurch einen Tag zu sparen. Allerdings
verlief die Nacht um einiges unruhiger, als ich mir das vorgestellt hatte.
Bereits eine Stunde, nachdem ich übernommen hatte stand urplötzlich
ein Coyote auf der Fahrbahn und nur mit einem glücklichen Manöver
konnte ich ihm quer über die Fahrbahn ausweichen, wobei der Coyote noch
net mal weggelaufen ist. Bei Tempo 65 MHP waren wir dann erstmal wieder alle
wach. Doch es sollte nicht enfacher werden. Nur 2 Stunden später trabte
ein Bobcat über die Strasse, aber diesmal hielt ich drauf und er war
zum Glück schneller. Noch einmal ausweichen war einfach zu riskant. Überhaupt
sahen wir an der Strecke hunderte von Hasen, dutzende Rehe, auch öfters
mal in ganzen Gruppen. Doch irgendwie scheinen sie es gewohnt zu sein und
standen nur am Rand zum Grasen. Trotzdem mussten wir ständig auf der
Hut sein und ich hatte nicht nur die Fahrbahn im Auge. Doch ganz schöne
müde und 600 Meilen später erreichten wir San Antonio und bevor
wir reinfuhren machten wir noch etwa eine Stunde Pause.